Auf dem Oberwambacher Friedhof wird vier ziviler Opfer des Angriffs am 25.03.1945 gedacht

Die evangelische Kirchengemeinde Almersbach hatte am Dienstag, 25.03.25, anlässlich des 80. Jahrestages der Bombardierung Oberwambachs, den „schwarzen Sonntag“ dieser Ortsgemeinde, zu einem Friedensgottesdienst in der Oberwambacher Kirche eingeladen. Dieser wurde von der Oberwambacher Ortsbürgermeisterin Kathrin Kaiser, der Vorsitzenden des Vereins „Wir in Wanmisch e.V.“ Monika Mostafa, der Vorsitzenden des Vereins „Jugendfreunde Oberwambach e.V.“ Bianca Ramseger, ihren Mann Christoph Ramseger sowie Pfarrer Joachim Triebel-Kulpe gestaltet. Er begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes ausdrücklich die beiden Zeitzeuginnen Marliese Bewer und Hannelore Ramseger.
Christoph Ramseger erläuterte kurz die Hintergründe des Angriffs auf Oberwambach am Palmsonntag, 25. März 1945, bei dem 20 Menschen ums Leben kamen, einheimische und auswärtige Zivilisten sowie deutsche Soldaten. Monika Mostafa las den Augenzeugenbericht der mittlerweile verstorbenen Elfriede Löhr aus dem Jahr 2005 vor. Bei dem Angriff starb ihr Schwiegervater Simon Löhr. Ortsbürgermeisterin Kathrin Kaiser trug den Augenzeugenbericht der 86jährigen Hannelore Ramseger vor, deren Großmutter Maria Ramseger zu den zivilen Opfern zählte. In seiner Predigt wies Pfarrer Triebel-Kulpe daraufhin, dass bei dem Angriff eine der drei Glocken der Oberwambacher Kirche zersprungen war. Sie wurde 1953 durch eine Stahlglocke ersetzt, die folgende Inschrift trägt:
„ Er (gemeint ist Jesus Christus) ist unser Friede. Für die beim Bombenangriff auf Oberwambach am 25.03.1945 zerstörte Glocke ruft meine Stimme die Gemeinde zum Herrn, der Frieden schenkt im Streit der Welt.“ Seit vielen Jahren läuten am 25. März die Glocken der Oberwambacher Kirche von 10.11 Uhr bis 10.24 Uhr, den Zeitraum der damaligen Bombardierung. Ebenso wurde in dem Gottesdienst namentlich der zivilen Opfer, aber auch der Gefallenen deutscher und amerikanischen Soldaten gedacht und Kerzen am Globusleuchter entzündet.
Die vielen Opfer dieses furchtbaren Krieges, der von Deutschland ausging, mahnen zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, zur Versöhnungen unter den Völkern. Beim anschließenden Beisammensein im Vorraum der Oberwambacher Kirche fand ein reger Austausch über die Gründe statt, warum gerade dieses Dorf als Ausweichziel von den amerikanischen Bomben angesteuert wurden, nachdem der ursprünglich vorgegebenen Angriff auf Weyerbusch aufgrund schlechter Sichtverhältnisse nicht in Frage kam.